Wrack Tauchen

 

Früher oder später wird man als Taucher mit Wrack tauchen konfrontiert werden. Entweder plant man gezielt eine Reise, auf der man an versunkenen Schiffswracks tauchen kann, oder man stößt ganz zufällig während einer Tauchreise darauf.

Manche Taucher verfallen regelrecht in eine Art Sucht und fliegen rund um die Welt, um an den spektakulärsten Wracks zu tauchen.

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was ein künstliches Riff für die einen…

Ein Wrack ist immer Anziehungspunkt für diverses Leben und Kreaturen, ein Treffpunkt für jene ohne Verbindlichkeiten, die Vagabunden der Meere. Manche jedoch bevorzugen einen fixen Wohnort und fühlen sich in den vielen Verstecken, die ein Wrack bietet, wohl. Hier werden Freundschaften geschlossen, Symbiosen gebildet oder sich gegenseitig aufgefressen. Jedes Lebewesen hat seine Berechtigung und beansprucht sein kleines Habitat am vor sich hin rostenden Stück Eisen.

…ist ein Stück Geschichte für die anderen

Jedes Wrack erzählt seine eigene, persönliche Geschichte. Oft begleiten traurige Umstände und zum Teil auch viele Tote die Erzählungen. Viele Wracks haben uns die Weltkriege beschert, wo ganze Flotten versenkt wurden oder sich selbst versenkt haben.

Andere Schiffe wurden als künstlicher Lebensraum und als Attraktion für Taucher einfach absichtlich versenkt und liegen daher in angenehm betauchbaren Tiefen.

So manches Schiff lief auch auf ein Riff, fing Feuer und brannte ab oder geriet in stürmischer See in Schieflage und sank in den stürmischen Wogen des Meeres.

So entdeckt man in den vielen Wracks noch immer Relikte aus längst vergangener Zeit. An zahlreichen Wracks trifft man noch auf Panzer, Eisenbahnwaggons oder Motorräder. An anderen wiederum findet man noch die gut erhaltene Ladung von Fliesen, Porzellan und Alltagsgegenständen. Und wer weiß, welche Schätze noch warten, entdeckt zu werden?

Wracktauchen ist immer ein Erlebnis

Ein Tauchgang an Schiffswracks bietet immer Abwechslung zu den Tauchgängen am Riff. Viele Wracks sind über und über mit Korallen bewachsen, Fische tummeln sich, Muränen bewohnen die vielen Spalten und Lobster strecken ihre Fühler aus den Löchern.

In den dunkleren Ecken eines Wracks sammeln sich Schwärme von Beilbauch- oder Glasfischen, die im Schein der Tauchlampen auseinanderstoben.

Für Anfänger und Profis

Stimmen die Bedingungen, ist ein Wracktauchgang auch für Anfänger ein problemloses Unterfangen. Viele Wracks liegen in sporttauch-tauglichen Tiefen, die Sicht ist gut und die Strömung schwach bis nicht vorhanden.

Andere Wracks wiederum setzen eine technische Tauchausbildung voraus oder erfordern Dekompressions-Tauchgänge. Ihr habt Interesse an einem Spezialkurs? Gerne vermitteln wir euch Kontakte zu unseren Partner-Tauchbasen weltweit.

Die Wracks der Welt und ihre Geschichten

Nachfolgend findet ihr eine kleine Übersicht und Auswahl der bekanntesten Wracks, die man perfekt im Rahmen eines Tauchurlaubes betauchen kann. Solltet ihr euren Favoriten vermissen, nehmt es bitte nicht persönlich – die Liste an „das beste Wrack der Welt“ ist unglaublich umfassend.

Die Auswahl beschränkt sich auf die Schiffe, zu denen wir euch auch das perfekte Rundum-Paket mit Flügen, Transfers und Hotels buchen können. Habt ihr ein Wrack im Auge, dass ihr nicht in unserer Selektion findet, sprecht uns einfach an! Gerne prüfen wir die Möglichkeiten, euch auch hier eine Reise anbieten zu können.

Ägypten

SS Thistlegorm

Das Frachtschiff wurde am 9.April 1940 im schottischen Sunderland vom Stapel gelassen und ist wohl das berühmteste Wrack des Roten Meeres. Das Schiff war auf dem Weg nach Ägypten, als es in der Nacht des 6.Oktobers 1941 von einem deutschen Bomber angegriffen wurde und sank. Heute ist das Wrack auch aufgrund seiner spektakulären Ladung ein Magnet.

Als absoluter Tauchertraum liegt sie in 30 Meter Tiefe aufrecht auf dem Meeresgrund und lässt sich mit wohl keinem anderen Wrack vergleichen. Große Schwärme von Fledermausfischen oder jagende Makrelen, eine Unzahl an Fischarten wie den umtriebigen Rotfeuerfisch, Füsiliere, Drachenköpfe aber auch bunte Schnecken nennen das Wrack ihr Zuhause. Spannend wird es aber in den Laderäumen – hier finden Glasfische zwischen Panzer, Lastwagen, Gummistiefel und Motorräder ihre Behausung. Einen Tauchgang auf der Thistlegorm werdet ihr ein Leben lang in Erinnerung behalten und ist immer ein tolles Erlebnis!

Die Wracks bei Abu Nuhas

Die Shedwan Insel ist wohl ein Fluch für die Seefahrer, aber ein Segen für uns Taucher. Nicht weniger als vier Schiffen wurde das vorgelagerte Riff zum Verhängnis, und das, obwohl ein weit strahlendes Leuchtfeuer in der Nacht vor dem nahenden Unheil warnte.

In der Nacht auf den 19. April 1983 sank der griechische Frachter Giannis D., als er Leck schlug, in zwei Teile zerbrach und binnen weniger Wochen sank. Üppig mit Korallen bewachsen, liegt das Wrack auf 23 m bis 27 m Tiefe.

Dem britische Dampfsegler Carnatic wurde das Riff am 14.September 1869 auf dem Weg nach Bombay zum Verhängnis. Ganze zwei Tage hielt sich das Schiff auf dem Riff, bevor es in zwei Teile zerbrach und sank. Auf der Steuerbordseite liegend ist das Wrack zwischen 20 und 27 m Tiefe zu betauchen.

 

Die Wracks bei Big Brother – Aida und Numidia

Rund einen Kilometer nördlich von Little Brother liegt das größere Riff – Big Brother, der auf der Inselmitte einen 1883 erbauten Leuchtturm stehen hat. Dennoch hat der britische Stahl und Schraubendampfer Numidia das Warnlicht nicht gesehen, als sie in der Nacht des 20.Juli 1901 mit voller Fahrt gegen das nördliche Ende des Riffes auflief.

Einige Wochen später sank die Numidia komplett und liegt nun zwischen 12 und 80 Meter Tiefe hochkant am Riff. Unglaublich bunte Korallen haben sich im letzten Jahrhundert angesiedelt und bieten vielen Schwarmfischen ein Zuhause. Gelegentlich lassen sich auch Hammerhaie in der Strömung blicken, die den Dienst von zahlreichen Putzerfischen in Anspruch nehmen.

Das zweite Wrack am Big Brother ist die Aida, die hier 1957 binnen drei Tagen auf 30 bis 65 Meter sank. Wie auch die Numidia ist die Aida wunderschön mit Korallen bewachsen, vor allem die Reste der Reling beheimaten bunte Weichkorallen.

Neben den zwei Wracks gibt es im Süden von Big Brother ein Plateau, das sich von ca. 35 Metern bis etwa 44 Metern Tiefe erstreckt. Hier gibt es einiges zu entdecken und die Chance, hier einen Fuchshai zu sehen, ist hoch!

Wracks im Roten Meer

Zypern – das Wrack der Zenobia   

Die Zenobia war eine schwedische Fähre, die den Fährverkehr zwischen dem heutigen Slowenien und Tartus in Syrien bedienen sollte. Ihre Jungfernfahrt sollte zugleich ihre letzte Fahrt sein. Im Juni 1980 befand sie sich mit mehr als 100 LKW beladen auf dem Weg nach Syrien, als zunehmend Schlagseite festgestellt wurde. Obwohl ein Techniker Team an Bord war, war das Schiff nicht mehr zu retten. Es wurde in Zypern in den Hafen von Larnaka geschleppt, wo sie am 7.Juni 1980 nur 1500 Meter vom Hafen entfernt sank.

Indonesien – Bali – U.S.A.T. Liberty

Eines der wohl bekanntesten Wracks der Welt ist das Wrack der Liberty in Tulamben. Sie war ein Versorgungsschiff, das im Dienste der United States Army stand. 1942 wurde es von einem japanischen U-Boot torpediert und dann an den Strand von Tulamben gesetzt.

Dort rutschte sie 1963 während des Ausbruches den Vulkan Agungs ins Meer und liegt seitdem als Hotspot für Taucher nur 30 Meter vom Strand entfernt.

Mit rund 120 Metern Länge bietet sie für Anfänger sowie erfahrenen Tauchern ein wahres Eldorado. Der Kiel des Schiffes liegt auf 5 Meter und geht runter bis auf eine Tiefe von 28 Metern. Obwohl das Wrack zerbrochen ist, sind doch viele Teile intakt und betauchbar.

Es gibt Überhänge, man kann durch Bullaugen schauen oder durch die Aufbauten hindurch schwimmen. Das Schiff ist komplett mit Hart und Weichkorallen bewachsen, dennoch erkennt man Details wie zum Beispiel ein großes Gewehr.

Glasfische bevölkern das Wrack, und Büffelkopf Papageienfische besuchen das künstliche Riff jeden Morgen, während eine Schule an Makrelen im Freiwasser ihre Runden zieht.

Aufgrund der geringen Tiefe, und dass das Wrack quasi am Hausriff liegt, ist der Tauchplatz auch ein guter Ort zum Schnorcheln.

 

Indonesien – Halmahera – Morotai – Wrack Friedhof

Die Insel Morotai ist die letzte des Pazifiks Richtung Norden und wurde im Zweiten Weltkrieg als strategisch wichtig gezählt. Im September 1944 wurden die auf den Inseln stationierten 5000 japanischen Soldaten von rund 60.000 amerikanischen Soldaten überrannt. Von diesem Zeitpunkt an spielte Morotai eine entscheidende Rolle für die Alliierten für die Invasion der Philippinen.

Als die Alliierten die Insel verließen, blieben Autos, LKWs, Flugzeuge und Schiffe zurück, die ins Meer gestoßen wurden und versanken. Ein Mekka für Taucher blieb zurück. Nebst Wracktauchgänge kann man hier an den farbenfrohen Riffen tauchen, liegt die Insel inmitten des Korallendreiecks, dem Platz mit der höchsten Artenvielfalt weltweit. Tauchgänge in dieser Ecke der Welt werden euch begeistern!

Papua Neuguinea – die Wracks bei Rabaul und Kavieng

Auch im Nordosten von Papua Neuguinea kann man zwischen den fantastischen Riffen viele Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg besuchen. Hier liegen in angenehmer Tauchtiefe und Wassertemperatur verschiedene Flugzeug- und Schiffswracks. Wer die lange Anreise nicht scheut, kann hier einen Abenteuerurlaub mit tollen Tauchgängen verbringen.

Truk Lagoon – Föderierte Staaten von Mikronesien – weltklasse Wracktauchen im Pazifik

Zu einem wahren Spielplatz für Wracktauchenthusiasten hat sich in den letzten Jahren Truk Lagoon entwickelt. Hier bauten die Japaner einen ihrer strategisch wertvollsten Marinestützpunkte im Pazifik. Im Februar 1944 wurde das Atoll während der Operation Hailstone von der US-Navy bombardiert, und der Stützpunkt sowie ein Großteil der Inseln wurden fast vollständig zerbombt.

In der ruhigen und warmen Lagune von Truk kann man an mehr 40 Wracks von Kriegsschiffen der japanischen Flotte tauchen. Als ausgewiesenes Unterwassermuseum begeistert es seit jeher Taucher aus aller Welt. Bei jedem Tauchgang stößt man hier auf Relikte aus längst vergangenen Tagen. Auf alle Fälle bieten die Schiffe neben Geschichte auch ein Taucherlebnis der Extraklasse!

Grenada – das Wrack der Bianca C

Auch als „Titanic der Karibik“ bezeichnet, imponiert das ehemalige Kreuzfahrtschiff durch seine beeindruckenden 180 Meter Länge und wird als eines der „Top 10 Wracks der Welt“ bezeichnet. Sie sank 1961, ihr Kiel steht in 50 Metern Tiefe aufrecht im Wasser.

Ihre letzte Fahrt endete 1961 nach einer Explosion im Boilerraum. Die Flammen griffen so rasch um sich, dass das Schiff nur mehr evakuiert werden konnte.

Sie liegt ideal in ein großes Riffsystem eingebettet und bietet neben fantastischen Wracktauchen auch eine breite Palette an bunter, karibischer Fisch- und Korallenvielfalt. Um an diesem Wrack tauchen zu können, benötigt man mindestens den AOWD Taucherfahrung haben, bevor ihr euch in das Abenteuer stürzt.

Ihr habt nun Lust auf Wracktauchen bekommen?

Dann beginnen wir doch am besten sofort mit der Planung eurer nächsten Tauchreise! Gerne berät euch das Team von Tauchreisen.at zur Wahl der richtigen Destination, der passenden Reisezeit und zu der für euch perfekten Unterkunft!

Ruft uns einfach an, schreibt eine E-Mail oder vereinbart ein persönliches Beratungsgespräch!